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„manseerisch gredt“ Dialekt im Mondseeland

JOSEF LEITNER
vlgo Heslbauern Sepp

Musikalische Umrahmung:
Herbert Draschwandtner, Harmonika

Donnerstag, 15. Juli 2010, 19:30 Uhr
OEDMÜHLE IN  KASTEN 31,
4893 ZELL AM MOOS/TIEFGRABEN
Eintritt frei

JOSEF LEITNER:    geb. 1941, also noch in „stromloser, alter Zeit“ am Heslbauernhof in Innerschwand Nr. 86. Lebt heute als ÖBB-Pensionist und unverbesserlicher „Kulturaktivist“ in Wolfsegg – Kohlgrube, aber immer noch in inniger Beziehung zum Mondseeland.

Für ihn war seit seiner Kindheit das Zuhören, Beobachten und Fragenstellen ein wesentlicher Lebensinhalt, ergänzt durch ein konsequentes Aufbewahren der Erinnerungen, sowohl gedanklich als auch schriftlich.

Josef Leitner: „Lange Zeit schien der Dialekt als Ausdrucksform, als Kommunikationsform, aber auch als Identifikationsform niemanden mehr zu interessieren. […] Aber vielleicht gibt es noch Menschen, die diese alten Wort- und Ausdrucksformen des Mondseelandes nicht ganz dem Vergessen preisgegeben wissen wollen. […] Ich habe aber nur Wörter aufgeschrieben, die man heute kaum bis gar nicht mehr hört. […] Seit meiner Kindheit und Jugend habe ich immer schon großes Interesse an den Ausdrucksweisen und Dialekten der Menschen im Raum Hausruckviertel, Innviertel, sowie dem Flachgau und dem Rupertiwinkel gehabt, und habe dabei festgestellt, dass im Raum des Mondseelandes, umschlossen von den alten Klostergrenzen, ganz eigene Wörter und Lautungsformen vorzufinden sind. […] Sogar im geschlossenen Dialektraum des Mondseelandes sind oft noch kleine Unterschiede zu bemerken, zum Beispiel zwischen Oberwang, Zell am Moos und dem Markt Mondsee. …“

Hinschauen, Hinhören und Hinterfragen zählen zu seinen großen Unarten. Aus dieser Konsequenz entstanden bisher zwei Arbeiten:
2009  Erinnerungen aus Kinder- und Jugendtagen erlebt im Mondseeland. (Besinnliches, Heiteres, aber auch Interessantes.), ca. 100 S.
2010  Wia ma enta im Manseelond mitanond gredt hot, oiso „manseerisch gredt“. (Ein Wörterbuch der alten im Mondseer Raum gebrauchten Umgangssprache, also des „manseerischen Dialekts“, ca. 60 S.

„…Ringgebunden und im A4-Format legt Leitner seine engagierte, umfassende Arbeit auf, die weit über das Wörterbuch im klassischen Sinn hinausgeht. Zwar weist die alphabetische Gliederung auf ein Nachschlagewerk hin, aber schon die Beschreibung der Wörter allein lässt beim Leser den Wunsch wach werden, ein bisschen einzutauchen in die Welt, aus der diese Wörter stammen. So lässt sich die Lektüre des Wörterbuches auch gut mit Besuchen in Schulen oder bei kulturellen Abenden verbinden, in deren Rahmen der Heslbauern Sepp Geschichten aus eigenem Erleben im „Manseer Dialekt“ vorträgt und damit ein Stück Heimatkunde lebendig macht.“
Norbert Blaichinger, OÖ Nachrichten

BIRGIT MÜLLER-WIELAND

W O H I N   A U C H   I M M E R

Musikalische Umrahmung durch zwei ausgezeichnete Schüler der LMS Mondsee
(mehrfache Preisträger des Prima la Musica-Wettbewerbes)

Donnerstag, 1. Juli 2010, 19.30 Uhr
OEDMÜHLE IN KASTEN 31
4893 ZELL AM MOOS/TIEFGRABEN
Eintritt: Erwachsene € 8, Jugend € 4

BIRGIT MÜLLER-WIELAND
Geb. 1962 in Schwanenstadt/OÖ, aufgewachsen in Seewalchen a. A. und Bad Aussee, Studium der Germanistik und Psychologie in Salzburg, Studienaufenthalt in Rostock und an der Humboldtuniversität in Ostberlin. Tätigkeit als Literaturwissenschaftlerin, Journalistin und Kulturmanagerin.
1989-98 Vorstandsmitglied der Internationalen Peter-Weiss-Gesellschaft, 1990-93 Geschäftsführerin des Dachverbandes Salzburger Kulturstätten, freie Mitarbeiterin bei „Der Standard“ und „Die Presse“; Organisatorin internationaler Literatursymposien,
bis 1995 Schreibwerkstätten für Kinder und Jugendliche, Redaktionsmitglied des „kunstfehler“, Vorstandsmitglied der Arge Kulturgelände Nonntal,
1996-2007 freie Schriftstellerin in Berlin, lebt und arbeitet dzt. in München.
Verheiratet mit dem Komponisten und Dirigenten Jan Müller-Wieland.
Schreibt Prosa, Lyrik, Libretti, Hörspiele, Anthologien, Essays, Rezensionen,…
Werke (Auswahl):
„Die Farbensucherin“ (Prosa), Haymon Verlag Innsbruck 1997, „Ruhig Blut“ (Gedichte), Haymon Verlag 2002, „Das neapolitanische Bett“ (Roman), Wagenbach Verlag Berlin 2005, „Wohin auch immer“ (Erzählungen), Haymon Verlag Innsbruck 2009
Hörspiele: „Erinnerungen, Verwunderungen, Wege. Berlin mit den Augen einer Österreicherin“, SFB 1996, „Die Farben der Stadt“, SFB 1997, „Das neopolitanische Bett“, NDR, 2001, Kinderhörspiele (RBB, NDR, WDR): „Claras Ausflüge ins Wunderbare, 1998, „Lorena und der Baumgeist“, 1999, „Rosa und die Schulgespenster“, 2001, „Ilia und ihr Traumhund Menscher“, 2003, „Felix, Veronika und die Milchbanditen“, 2004
Preise und Auszeichnungen (Auswahl):
Rauriser Förderungspreis 1996, Harder Literaturpreis 2000, Würth-Literaturpreis 2001, Reinhard-Priessnitz-Preis 2002,
Zahlreiche Stipendien: 1992/94: Arbeitsstipendien der Salzburger Landesregierung, 1995-97 Talentförderungsprämie des Landes OÖ, 1996 Arbeitsstipendium des Kunstministerium, 1998-2001 Arbeitsstipendien des Österreichischen Bundeskanzleramtes, 2002 Adalbert Stifter-Stipendium des Landes OÖ sowie Arbeitstipendium des Berliner Senats,
2007 Aufenthaltsstipendium in der Villa Stonborough-Wittgenstein, Gmunden, 2007/08 Österr. Staatsstipendium, 2009/10 Österr. Arbeitsstipendium

„WOHIN AUCH IMMER“ (Erzählungen, Haymon Verlag Innsbruck, 2009):
„Alle verlangen nach dicken Romanen (…). Dabei gibt es kurze und kurzweilige Erzählungen, die eine ganze Romanwelt auf wenigen Seiten konzentrieren. (…) Die elf Geschichten handeln von Liebe, also von der Sehnsucht, der Enttäuschung, von den Riten des Verbergens, den Techniken des Verrats, aber auch vom niemals preiszugebenden Anspruch auf Glück. Die Autorin erzählt behutsam und mit verhaltener Expressivität. Birgit Müller-Wieland ist keine der bekanntesten, aber eine der besten Autorinnen ihrer Generation.“
Karl-Markus Gauß, Neue Zürcher Zeitung, 4.März 2010

ANNE KECKEIS, geb. 1994, Cello
(Unterricht bei Elisabeth Berschl, Abschlussprüfung in der LMS Mondsee „Audit of Art“ mit Auszeichnung, seit kurzem in der Vorbereitungsklasse für Cello am Mozarteum Salzburg bei Prof. Heidi Litschauer)
DAVID KENDLER, geb. 1993, Marimba
(seit dem 8. Lebensjahr Schlagwerkunterricht bei Martin Grubinger, derzeit Vorbereitungsklasse für Schlagwerk am Mozarteum Salzburg bei Martin Grubinger)

ROLAND GIRTLER über WILDERER, DIENSTBOTEN UND GANOVEN

in Zusammenarbeit mit dem Kulturausschuss der Gemeinde Zell am Moos

Musikalische Umrahmung

IRRSEE-BLÄSER

Donnerstag, 19. November 2009 19.30 Uhr
Gasthof SEEWIRT in Zell am Moos

ROLAND GIRTLER   geb. 1941 in Wien–Ottakring, Dr. phil., Professor am Institut für Soziologie der Universität Wien,  Sohn des späteren Gemeindearztes und einer Landärztin in Spital am Pyhrn, aufgewachsen unter Bergbauern, Holzknechten, Sennerinnen und Wildschützen im oö. Gebirge. Matura am humanistischen Stiftsgymnasium Kremsmünster. Studium der Jurisprudenz, Ethnologie, Urgeschichte, Philosophie und Soziologie in Wien.
1973 bis 1975 Assistent an der Universität München.
1979 Habilitation an der Universität Wien.
Feldforschungen in Bauerndörfern in Indien und in den Slums von Bombay, in städtischen Randkulturen (Dirnen, Sandler, Ganoven, Rotlichtmilieu usw.), bei „feinen Leuten“ (Aristokraten, Politiker, Jäger etc.), bei Bergbauern, Wilderern, Schmugglern, Landärzten, Kellnern, den Landlern in Siebenbürgen, Studenten, Tierärzten usf..

BÜCHER (kleine Auswahl eines umfangreichen Werkes): Rechtssoziologie. - Der Strich (Das Geschäft mit der Sexualität). - Verbannt und vergessen (Die Landler in Siebenbürgen). – Randkulturen (Theorie der Unanständigkeit). – Sommergetreide (Vom Untergang der bäuerlichen Kultur). – Landärzte (Als Krankenbesuche noch Abenteuer waren). – Wilderer (Soziale Rebellen in den Bergen). – Rotwelsch (Die alte Sprache der Gauner, Dirnen und Vagabunden). – Bösewichte (Strategen der Niedertracht). – Die alte Klosterschule (Eine Welt der Strenge und kleinen Rebellen). – Die Lust des Vagabundierens (Eine Pilgerreise mit dem Fahrrad nach Assisi). – Methoden der Feldforschung. – Die feinen Leute (Von der vornehmen Art durchs Leben zu gehen). – Echte Bauern (Der Zauber einer alten Kultur). – Pfarrerköchinnen (Edle Frauen bei frommen Herren). – Das letzte Lied von Hermannstadt (Das Verklingen einer alten Bauernkultur in Rumänien). – Herrschaften wünschen zahlen (Die bunte Welt der Kellnerinnen und Kellner). – Irrweg Jakobsweg (Die Narbe in den Seelen von Muslimen, Juden und Ketzern). - Abenteuer Grenze (Von Schmugglern und Schmugglerinnen). – Holts den Viechdoktor (Die abenteuerliche Welt der alten Tierärzte). etc …..

Seit Mai 2000 wissenschaftlicher Leiter des Museums „Wilderer im Alpenraum – Rebellen der Berge“ in St. Pankraz bei Hinterstoder.

IRRSEE-BLÄSER: Der Name entstand vor ca. 25 Jahren, als Hans Rindberger begann, mit seinen drei Söhnen Volksmusik im Sinne einer richtigen Familienmusik zu spielen. Im Laufe der Jahre wechselten nicht nur die Musikanten – die drei Söhne sind mittlerweile Berufsmusiker – sondern auch die Besetzung. Aus dem Blechbläserquartett wurde eine kleine Tanzmusik. Die IRRSEE-BLÄSER verstehen sich als eine Volksmusikgruppe, die in der Tradition der alten Tanzmusikanten aufspielt: Auch diese hatten fallweise keine Scheu vor einem flotten Swing und einer gewissen Ironie beim Musizieren. Der größte Teil ihrer Musik
besteht jedoch aus Volksmusik der Umgebung (Salzkammergut und Innviertel) und Oberösterreich. Neuerdings ist der Gesang ein wesentlicher Bereich der Ausführungen. Paschen oder Gstanzlsingen - auf diese originellen Elemente beim Musizieren sind sie besonders stolz und tragen diese gerne weiter. Derzeitige Besetzung: Hans Rindberger und Hannes Mayrhofer, Flüglhorn, Hans Leitner, Posaune, Alexander Rindberger, Bass, Hubert Fuchs, Harmonika, und Manfred Six, Schlagwerk.